Salon Champagner – Meine Reise in die Champagne

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Champagne | Grand Resort Bad Ragaz

Champagner ist ein Luxusgetränk das nicht nur in der Fünf-Sterne-Hotellerie zu Hause ist. Unter den vielen namhaften Champagnern leuchten «Salon» und «Ruinart» hervor. Meine Ferien führten mich in die Keller der exklusiven Häuser.

Für Mark Twain war er die «wohl glückhafteste Inspirationsquelle», für Napoleon Bonaparte hatte man ihn sich «nach dem Sieg verdient» und «nach einer Niederlage gebraucht» und für Johann Wolfgang von Goethe musste er «recht moussirend» sein. Die Rede ist vom Champagner, dem wohl festlichsten aller Getränke. Durch seinen Status einer Appellation d’Origine Protegée ist geregelt, dass er nur in dem französischen Weinbaugebiet Champagne angebaut und gekeltert werden darf.

Schon lange war es mein Wunsch, einmal die Champagne zu besuchen. So nutzte ich meine Ferien kürzlich, um gemeinsam mit meiner Frau eine Woche dem Geheimnis einer feinen, lang anhaltenden Perlage auf den Grund zu gehen. Schliesslich galt es einen Qualitätscheck durchzuführen.

In den Grand Hotels des Grand Resort Bad Ragaz führen wir Laurent Perrier als unseren Haus-Champagner. Im Weinkeller unsers Gastgebers und Sommelier Francesco Benvenuto finden sich jedoch 54 Champagner, die er gerne für seine Gäste im IGNIV öffnet. Er verfügt über eine gut sortierte Karte, in der auch nicht-perlendes steht – 600, das differenziert. Bei meinen Gesprächen mit ihm stiess ich auf den Champagner des Hauses «Salon». Für Benvenuto vielleicht einer der besten Blanc-de-Blanc-Champagner überhaupt. 1905 aus Delamotte hervorgegangen wurde das Haus 1989 von Laurent Perrier übernommen und 2016 von mir als Reiseziel entdeckt – die Koffer waren gepackt.

«S» steht für Qualität

«Exklusiver geht es kaum», las ich bereits bei meiner Reisevorbereitung. Ein Versprechen, das eingehalten wurde – und selbst das Wetter spielte mit und präsentierte die Champagne von ihrer schönsten Seite. Tür an Tür mit Champagne Delamotte öffnen sich die eisernen Tore mit dem grossen «S». Es werden nicht die letzten Türen sein, die sich heute vor uns öffnen. Wir werden erwartet und durch die Reben und in die Keller des Hauses geführt. Wir fühlen uns geehrt – nicht jeder schafft es hierher; weder Gast noch Traube. Hier her schaffen es nur Trauben, die den Qualitätsansprüchen des Kellermeisters genügen. Wenn nicht, dann landet die Ernte bei Delamotte; selbst das ist keine Notlösung. Das Haus verarbeitet ausschliesslich Chardonnay-Trauben aus der Grand-Cru-Lage le Mesnilsur-Oger; und davon nur die Besten. Seit 1920 kamen so gerade einmal 38 Jahrgangschampagner auf den Markt. Im Schnitt also alle drei Jahre.

Was lange währt, wird endlich gut

Zehn Jahre lagern die Flaschen in den Gewölben unter dem Anwesen bevor sie frühestens in den Verkauf kommen. Aber selbst nach so vielen Jahren der Reife haben sie ihr Potential noch nicht ausgeschöpft. Depond empfiehlt die Weine meist nach rund 15 Jahren. Werden die Jahrgänge dann für den Verkauf freigegeben, dann ist das Interesse gross und die Nachfrage übersteigt stets das Angebot. Vom 2002er kamen gerade einmal 60‘000 Flaschen in den Handel.

Welch aussergewöhnliches Erlebnis also, eine breite Palette an Jahrgängen degustieren zu dürfen – ein Erlebnis, das mir unser Sommelier neidisch sein wird, dachte ich mir – und so die aromatische Frische dieser langlebigen Champagner zu geniessen. Orangen-, Brioche- und Ingwernoten – eine Perlage die nicht nur Goethe begeistert hätte. Hier sind Superlative keine Übertreibung. Mit jedem Schluck saugt man sie auf, die Philosophie des Hauses, die aus den Blanc de Blanc Trauben das edelste der Getränke kreiert.

Das älteste Champagnerhaus

Auch wenn die Geschichte von Salon Champagne mit Delamotte auf 1760 zurückgeht, gehört Salon dennoch zu den jüngeren Häusern. Wir waren gespannt darauf, auch ein älteres Haus kennen zu lernen. Wir nutzten die Zeit um das älteste Champagnerhaus in der Champagne zu besuchen: Ruinart.

Die Maison Ruinart, die auf einen visionären Mönch zurückgeht, wurde 1729 als erstes Champagnerhaus überhaupt gegründet. 8 km lang sind die Gänge einer alten Kreidemiene in denen sich Regal an Regal reiht – hier lagern die Schätze Ruinarts. In der Kühle unterirdischer Kathedralen aus Kalk reift der Wein langsam in den Flaschen. Eine Besichtigung der Kreidekeller, die seit 2015 zum UNESCO Weltkulturerbe gehören und seit 1931 denkmalgeschützt sind, ist ein wahrhaft aussergewöhnliches Erlebnis.

Ein aussergewöhnliches Erlebnis neigte sich dem Ende zu, doch auch die Heimreise über das Burgund war tröstlich. Ich kehrte Heim mit einem Bouquet an Erfahrungen und Wissen rund um den Champagner. Jetzt, da mir noch bewusster ist, wie aufwändig die Champagnerproduktion ist und wie sich unterschiedliche Champagner am Gaumen entfalten können wird mein nächstes Glas noch genüsslicher!

Und wann haben Sie zuletzt Champagner getrunken?

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