Exportschlager Mü(e)sli. Wer hat’s erfunden?

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«Wer hat’s erfunden – die Schweizer!» Den Werbeslogan des Schweizer Hustenbonbon-Herstellers kennt man im deutschsprachigen Raum und Schweizer Schoggi und das Käsefondue sind kulinarische Exportschlager mit der gewissen Swissness. Wussten Sie aber, dass auch Ihr Frühstücksmüesli in der Schweiz erfunden wurde?

Was vor Jahrhunderten von den Alphirten zur Stärkung gegessen wurde, hat erst im 20. Jahrhundert den Weg in die Täler gefunden. Der Aargauer Arzt und Ernährungsreformer Maximilian Oskar Bircher-Brenner hat das Rezept des dort zubereiten Mus aus Haferflocken, Äpfeln, Nüssen und Milch auf einer Bergwanderung kennengelernt. Als leicht bekömmliches Abendessen hat er es Patienten eines Zürcher Sanatoriums verabreicht – eine Vollwertdiät mit frischem Obst. Das Müsli (in der Schweiz Müesli) oder eben Birchermüesli war erfunden und zog seinen Siegeszug an. Lesen Sie dazu mehr auf Wikipedia.

Ich selbst kenne es aus meiner Kindheit hier im Rheintal. Wir assen es hauptsächlich im Sommer – und vor allem dann, wenn das Geld knapp war. Haferflocken, der Hauptbestandteil des Müeslis waren günstig und das Obst, das dem Müsli die Frische – aber auch die wertvollen Vitamine – gibt, haben wir als Lausbuben schon mal bei den Nachbarn stibitzt.

«Als Kinder haben wir die Früchte für das Birchermüsli immer in den Gärten der Nachbarn stibitzt.»

Mittlerweile wurde aus dem Abendmahl für einfachere Leute ein in Europa weiterverbreitetes Frühstück oder z’Morge, wie wir in der Schweiz sagen. Ich schätze das Birchermüesli nicht nur, weil es mich an meine Kindheit erinnert; es ist schweizerisch, schmeckt ausgezeichnet und darf auf den Frühstücksbuffets unserer Grand Hotels nicht fehlen – vor allem, weil es sehr gesund ist. Unseren Gästen ist es wichtig sich ausgewogen zu ernähren, auf ihre Gesundheit zu achten und etwas für ihren Körper zu tun – schliesslich wollen sie fit und gesund bleiben.

Das Müesli erlebt eine Renaissance. Und der Frühstückstrend aus Europa schwappt um die ganze Welt. Wenn man im Internet stöbert, dann sieht man schnell eines: Wenn Sie sich gesund ernähren wollen, hipp und fit sein wollen – oder sich zumindest so geben wollen – dann kommen Sie nicht an den zahlreichen Frühstücksmüesli-Rezepten (Breakfast-Bowls) vorbei, die sich im Netz verbreiten. Der Kreativität sind schier keine Grenzen gesetzt und es finden sich viele tolle Tipps auf unterschiedlichen Seiten. Je bunter umso besser und alles ist erlaubt. Das ist das Schöne am Müesli – es ist so vielfältig und kann je nach Belieben angepasst werden.

Für mich gibt es aber nur den Klassiker. Viele Rezepte habe ich ausprobiert und bin doch beim ersten Rezept geblieben, das mir von meinem ersten Chef überreicht wurde. Kein anderes Rezept konnte diesem bisher das Wasser reichen. Falls doch, dann lassen Sie es mich wissen.

Rezept:
Birchermüesli à la Grand Resort Bad Ragaz

Pro 100g: 300 kcal (8 g Fett / 9 g Protein / 45 g Kohlenhydrate / 5 g Cellulose)

Zutaten für 5 Personen:
 200g Haferflocken, fein    
 200g Joghurt nature    
 4 dl Pasteurisierte Milch    
 50 g Kristallzucker    
 20 g Haselnüsse gemahlen    
 20 g Bienenhonig
 20 g Rosinen    
 400 g Aepfel mit Schale ohne Kern (mit Bircherraffel/Reibe (engl. Grater) gerieben)
 250 g Saisonfrüchte gemischt, gerüstet, geschnitten (Orangen, Melonen, Ananas, Trauben, Pfirsiche, Nektarinen etc.)    
 ¼ Stk Zitrone (Saft und Raps)    
 ½ Stk Orange (Saft und Raps)    
 1 ½ Stk Orangensaft frisch

Zubereitung:
Alle Zutaten mischen und min. 2 Stunden kühl stellen und durchziehen lassen

Rezept als PDF herunterladen

Für ein gutes Gelingen hier meine 5 Tipps:

  • Bereiten Sie das Müesli schon am Vorabend zu: Das spart am Morgen nicht nur Zeit, sondern gibt dem Müesli Zeit durchzuziehen und seinen Geschmack zu entfalten.
  • Das Auge isst mit: Dekorieren Sie Ihr Birchermüesli nach Belieben mit saisonalen Früchten!
  • Es muss nicht immer eine Schüssel sein. Füllen Sie Weingläser oder Tumbler löffelweise mit dem fertigen Müesli und pürierten Erdbeeren. Geschmacklich und optisch hervorragend!
  • Servieren Sie das Birchermüesli nicht zu kalt – nehmen Sie es rechtzeitig aus dem Kühlschrank.
  • Zucker und geschlagener Rahm sind kein Tabu – wer nicht auf die Kalorien schaut, kann sein Müesli damit verfeinern.

 

Probieren Sie es aus und sagen Sie mir, wie Ihnen mein Rezept schmeckt. Oder haben Sie vielleicht eigene Rezepte oder Tipps, die Sie mit mir und unseren Lesern teilen wollen?

1 Kommentare

  1. Maria says:

    Hallo Herr Wüst
    Ich war schon länger auf der Suche nach einem Birchermüesli, das nicht so „pampig“ schmeckt, wenn es einige Stunden im Kühlschrank ist. Ich dachte, es würde an den Haferflocken liegen und da wir im Ausland wohnen, habe diese daher aus der Schweiz mitbringen lassen, aber das war es auch nicht. Jetzt habe ich Ihr Rezept gestern ausprobiert und das Birchermüesli schmeckt heute immer noch superfein, genau so muss es schmecken! Ich habe frische Kirschen und kleine flache Pfirsiche reingeschnitten, mhhh. Mich hat erstaunt, dass das Müesli sogar ohne Zuckerzugabe sehr süss schmeckt und zudem richtig saftig.
    Ganz herzlichen Dank für dieses superfeine Rezept, das wir jetzt jeden Morgen geniessen werden, in Gedanken an Bad Ragaz, wo übrigens mein Grossvater herstammt.!
    Herzlicher Gruss aus Mallorca

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