36.5°, unser Thermalwasser

Tief in der wildromantischen Taminaschlucht schlägt das Herz des Grand Resort Bad Ragaz: die unerschöpfliche Quelle, aus der seit Jahrhunderten das heilende, körperwarme Thermalwasser sprudelt.

Das Blaue Gold verbindet in Bad Ragaz Wellbeing und Gesundheit auf eine einzigartige Weise. Am 31. Mai 1840 wurde die vier Kilometer lange Wasserleitung vom Alten Bad Pfäfers bis zum «Hof Ragaz» eröffnet. Seither fliesst das körperwarme Wasser vonexakt 36.5°C direkt nach Bad Ragaz. Wir laden Sie ein, mehr über die geschichtliche Entwicklung der Gemeinde Bad Ragaz zu erfahren und mit uns im Jahr 2015 das Jubiläum «Bad Ragaz feiert 175 Jahre Thermalwasser» zu erleben.

 

175 Jahre Thermalwasser in Bad Ragaz

Taminaschlucht – Entdeckung und Geschichte

Um 1240 entdecken Jäger des Klosters Pfäfers die 36.5 °C warme Quelle. In deren Wasser erkennen die Mönche des nahe gelegenen Benediktiner-Klosters eine heilende Wirkung – so die Überlieferung. Damit
begann die lange Geschichte von Bad Pfäfers und später von Bad Ragaz. 1840 wurde erstmals das warme Thermalwasser in Holzleitungen von der Taminaschlucht bis nach Bad Ragaz geleitet. Diese Leitung hatte eine Länge von 4202 Metern und ein Gefälle von 168 Metern.

Chronologie Geschichte

Um 1240Jäger entdecken die Quelle
Ab 1350Hölzerne Badhäuser ruhen auf Balken über der Tamina
1630Thermalwasser wird 450 m in Holzrinnen zum Schluchtausgang geleitet – das Alte Bad Pfäfers entsteht
1704-1718Abt Bonifaz Tschupp und Abt Bonifaz zur Gilgen errichten
die heute noch zum Teil erhaltenen Badegebäude
1840Das Thermalwasser wird in Holzleitungen nach
Ragaz geleitet
1858Die letzten Kurgäste verlassen das Bad Pfäfers
1868Das Hotel „Quellenhof“ in Ragaz wird erbaut
1872 Es entstand mit der Tamina Therme das erste Thermalwasserhallenbad Europas. Damit wurde der Grundstein für das weltweite Ansehen der Gemeinde als Bade- und Kurort gelegt.
1936Die Gemeinde Ragaz wird zum Kurort Bad Ragaz
1969Die letzten Kurgäste verlassen das Bad Pfäfers
1970Eröffnung Rehabilitationsklinik Valens
1983-1995Das Bad Pfäfers wird in drei Etappen restauriert
2015Neue Thermalwasserleitung wurde pünktlich zum 175-Jahr-Jubiläum eröffnet. Im Jubiläumsjahr wurde nun die neue 4,5 km lange Leitung eröffnet, die für die Bevölkerung sowie Gäste der Ferienregion Heidiland und des Grand Resort Bad Ragaz die Wasserversorgung sichert.
Taminaschlucht bei Bad Ragaz (historisch)
altes Bild der Tamina Schlucht Paracelsus
Resort Aussenansicht Luftansicht mit Umgebung

Thermalwasser und Geologie

Die Herkunft des Pfäferser Thermalwassers bleibt ein Rätsel. Wissenschaftler vermuten, dass das Wasser im Tödigebiet (Kanton Glarus) oder im Sardonagebiet versickert, rund 1'000 m tief in die Erde eindringt, dabei erwärmt wird und in der Taminaschlucht durch Felsquerspalten nach 10 ½ Jahren wieder an die Oberfläche gelangt. Die Austrittstemperatur ist konstant: 36.5 °C. Der Temperaturanstieg des versickernden Grundwassers (mittlere Temperatur von 10 °C) erfolgt durch die Erdwärme. Pro 100 Meter Erdtiefe nimmt die Temperatur um 2,5-3 Celsiusgrade zu. Es ist ein weiches, geschmacklich neutrales und bakterienfreies Mineralwasser. Die Quelle sprudelt mit 5'000-8'000 Litern Wasser pro Minute oder 7-10 Millionen Litern pro Tag.

Das Gebiet rund um die Taminaschlucht gibt Geologen und aufmerksamen Beobachtern einen faszinierenden Einblick in die Erdgeschichte. Nach heutigen Erkenntnissen hat die Erde dort ein Alter von 4,6 Milliarden Jahren.

In den letzten 2 Millionen Jahren wechselten sich mehrere Kalt- und Warmzeiten ab. Das Taminatal wurde durch einen Arm des Rheingletschers, der über den Kunkelspass vorgestossen war, und den Sardonagletscher geprägt. Heute kann man das Thermalwasser in Bad Ragaz und Valens in den Thermalbädern geniessen.

Thermalwasserleitung

Abt Placidus Pfister (Abt von 1819-38) erweiterte das Bad Pfäfers in den Jahren 1825-32. So konnte es bis zu 300 Kurgäste aufnehmen. Staatliche Einflussnahme, das Verbot der Aufnahme von Novizen sowie innere Streitigkeiten führten zum Niedergang des Klosters. Abt und Konvent beantragten selbst seine Auflösung. Der Grosse Rat hob das Kloster am 20. Februar 1838 auf. Neuer Eigentümer wurde der Kanton St.Gallen. Sein Interesse galt vor allem der Therme, die er als unveräusserlich deklarierte.

Was schon seit langem geplant war, der Kanton realisierte es 1839: Die Erschliessung der Schlucht durch eine Strasse (von Ragaz nach Bad Pfäfers) und das Herausführen des Thermalwassers in hölzernen Leitungen (Holzteucheln) nach Ragaz. Zeitungsberichten zufolge begrüsste die Bevölkerung das Wasser am 31. Mai 1840 unter Glockengeläut, Freudenschüssen und Festreden in Ragaz. Dies war der Beginn des Aufstiegs zum Weltkurort Ragaz, das sich seit 1936 Bad Ragaz nennen darf.

Die äbtische Statthalterei wurde als Hotel „Hof Ragaz“ eingerichtet und mit einem Badhaus und einer Trinklaube erweitert. Das historische Bad Pfäfers wurde weiterhin betrieben. Während sich in Bad Ragaz der Kurgast aufhielt, dem es um Wellness und Gesundheitsvorsorge ging, umsorgte Bad Pfäfers von nun an mehrheitlich Patienten mit gesundheitlichen Beschwerden.

Wirkung und Quellenanalyse

Tief in der wildromantischen Taminaschlucht schlägt das Herz des Grand Resort Bad Ragaz: die legendäre Quelle, die uns seit Jahrhunderten das körperwarme Thermalwasser schenkt. Es bildet die Basis für eine einzigartige Verbindung aus Wellbeing und Gesundheit.

Chemische Eigenschaften des Thermalwassers

Von der Zusammensetzung her gehört das ortsgebundene Bad Ragazer Heilwasser zu der Hauptgruppe der Chlorid-Hydrogencarbonat-Sulfat-Wässer. Neben diesen Hauptbestandteilen finden sich Spurenelemente wie Eisen-, Fluorid-, Iodid-Ionen, aber auch Sulfid-Schwefel.

Das Wildwasser ist gemäss der Wasserinhaltsstoffe eine Akratotherme (< 1000 mg Mineralien/l, Temperatur > 20°C) und hat sich bei Beschwerden am Bewegungsapparat oder bei Erkrankungen des Muskulo-Skeletal-Systems bewährt.

Physikalische Eigenschaften des Thermalwassers

Das Eintauchen in Wasser bedeutet eine veränderte physikalische Umwelt für den Körper. Zu den physikalischen Eigenschaften des Wassers gehören der Wasserdruck, der Auftrieb, die Wasserdichte und die thermischen Bedingungen. 

Diese veranlassen den Körper zu vielseitigen Reaktionen, wobei Herz, Lungen, Kreislauf, Nieren, Motorik, Blut und Hormone involviert sind. Die wichtigsten Wirkungen umfassen:

  • Abnahme der Wandspannung in den Widerstandsgefässen der Beine (30%)
  • Durchblutungsanstieg (30%)
  • Verbesserte Verteilung der Lungenaustauschfläche (Lungendurchblutung und –belüftung)
  • Abnahme des arteriellen Blutdrucks
  • Zunahme der Herzfunktion (Schlagvolumen und Herzzeitvolumen nehmen um 25% zu)

Der Aufenthalt im Wasser führt zu einer Lockerung der Muskulatur und des Bindegewebes. Nicht-entzündlich bedingte Schmerzen werden beseitigt und die Wirbelsäulen- und Extremitätenbeweglichkeit wird verbessert.

Wirkung auf unseren Körper

Die Wärme wirkt sich günstig auf den Bewegungsapparat und die Entspannungsfähigkeit aus. Der Körper muss bei dieser „Behaglichkeitstemperatur“ weder Wärme produzieren, noch überflüssige Wärme abgeben. Die Körpertemperatur bleibt also konstant.

Unterstützend bei der Heilung von

  • Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen
  • Haltungs- und Bewegungsstörungen
  • Rehabilitation nach Operationen am Bewegungsapparat
  • Störungen im vegetativ-hormonellen System

Quellenanalyse

Kationenmg/l
Ammonium<0.01
Lithium0.28
Natrium28.40
Kalium2.40
Magnesium17.40
Calcium55.10
Strontium0.60
Mangan<0.005
Eisen<0.005
Blei<0.005
Aluminium0.02
Barium0.17
Cadmium<0.001
Chrom (total)<0.005
Quecksilber<0.0001
Summe Kationen104.37
Anionenmg/l
Fluorid1.42
Chlorid34.00
Bromid0.284
Iodid0.0008
Iodat0.174
Nitrat<0.1
Bicarbonat223.90
Sulfat27.60
Hydrogenphosphat<0.0025
Hydrogenarsenat<0.01
Summe Anionen287.38

Kurort Bad Ragaz

Bad Ragaz steht für eine Jahrhunderte alte Badetradition, herrliche Natur, reine Bergluft, Erholung und vielfältige sportliche Möglichkeiten. Der Gast findet hier alles, was er für aktive, erholsame Ferien braucht. Hauptattraktion von Bad Ragaz ist die körperwarme Tamina-Quelle, die mit 36,5 Grad aus der nahegelegenen Schlucht sprudelt. Eintauchen in das wohlig warme und doch belebende Thermalwasser ist ein Genuss.

Tamina Therme das erste Thermalwasserhallenbad Europas

Die Taminaquelle ist nicht nur die Namenspatin der Therme, sondern auch Spenderin des heilenden Thermalwassers. Unter anderem würdigte der Arzt und Alchemist Paracelsus im 16. Jahrhundert die heilende Wirkung des Wassers, das aufgrund seines geringen Mineralgehalts und einer Temperatur von 36.5° C als Akratotherme gilt.

Anfangs wurden die ersten Kurgäste noch an Seilen in die Schlucht hinuntergelassen – seit 1840 bringt eine vier Kilometer lange Leitung das Quellwasser nach Bad Ragaz, wo im Jahr 1872 mit der Tamina Therme das erste Thermalwasserhallenbad Europas entstand. Damit wurde der Grundstein für das weltweite Ansehen der Gemeinde als Bade- und Kurort gelegt, der auch berühmte Gäste wie Rainer Maria Rilke, Friedrich Wilhelm Nietzsche, Thomas Mann und Victor Hugo anzog.

Eintauchen, Auftanken und Durchatmen in Bad Ragaz

Gleich vor der Haustür beginnt die wunderschöne Natur, welche die besten Möglichkeiten zum Auftanken bietet. Sei es der Giessenpark, der mit seinem alten Baumbestand zum Spazieren einlädt, die im Sommer angenehm kühle Taminaschlucht oder die grosszügigen Parkanlagen mit den Wasserspielen. Ferien in Bad Ragaz und im Heidiland sind ein Genuss für alle Sinne. "Hiersein ist herrlich", schrieb deshalb schon Rainer Maria Rilke während eines Aufenthaltes in Bad Ragaz und wurde zusammen mit vielen anderen Persönlichkeiten zum Stammgast des Gesundheits-, Ferien- und Erlebnisortes.

Früheres Thermbald im Grand Resort Bad Ragaz
Gemeinsamer Aufenthalt in der Tamina Therme

Bad Pfäfers

1382 wird das Bad erstmals urkundlich erwähnt. Die Kranken badeten anfänglich unmittelbar bei der Quelle, in Felsvertiefungen und hölzernen Wannen. Sie verweilten ununterbrochen bis zu zehn Tagen im Wasser und verliessen es so wenig wie möglich. Das Wasser sollte ihre Haut so aufweichen, dass die Giftstoffe, so dachte man, aus dem Körper austreten. Beschwerlich war der Zugang in die furchteinflössende Schlucht: Klettern über Leitern, wer konnte – Abseilen in Körben für
die anderen.

Ab 1350 wurden hölzerne Badehäuser quer über die tosende Tamina gebaut. 1630 wurde das Quellwasser erstmals aus der Schlucht herausgeleitet, in hölzernen Kanälen. Das erste Badehaus ausserhalb der Schlucht entstand. Dank besserem Zugang ab Valens zog es mehr Badegäste an. Zwischen 1704-1718 wurden durch die Äbte Bonifaz Tschupp und Bonifaz zur Gilgen die heute noch mehrheitlich erhaltenen Badegebäude errichtet. In ihren Glanzzeiten beherbergten sie bis zu 300 Gäste. 1838 nach Auflösung der Benediktinerabtei Pfäfers gingen Quelle und Badehäuser in das Eigentum des Kantons St.Gallen über. Dieser machte 1839 Bad Pfäfers über eine Strasse von Ragaz aus zugänglich. Bad Pfäfers wurde weiterhin betrieben – als Rehabilitationsklinik, und schloss
erst 1969. Seine Aufgabe übernahm 1970 die Klinik Valens. Der 700-jährige Badbetrieb in der Taminaschlucht ging zu Ende.

Der Kanton St.Gallen als Eigentümer sah für die verlassenen Gebäude keinen Verwendungszweck mehr. Sie sollten daher abgebrochen werden und ein Kiosk die nötigsten Verpflegungsbedürfnisse befriedigen. Als 1974 in einem ersten Schritt das hintere Badegebäude abgebrochen wurde, formierte sich in der Aktionsgemeinschaft Haus Bad Pfäfers entschiedener Widerstand. Der Bad Ragazer Primarlehrer Josef Bärtsch stieg als erster gegen den Abbruch auf die Barrikaden. Politikern aller Stufen und kulturell interessierten Persönlichkeiten gelang es, den weiteren Abbruch aufzuhalten und einen Denkprozess einzuleiten. Plattform der Erhaltungsinitianten wurde seit 1975 die Vereinigung der Freunde von Bad Pfäfers. Im Verein mit Bund, Kanton St.Gallen sowie den Gemeinden Pfäfers und Bad Ragaz kam ein überzeugendes Restaurierungs- und Nutzungskonzept zustande, wofür auch die nötigen Finanzmittel gefunden werden konnten.

Von 1983 bis 1985 wurden das verbliebene Vorderhaus und die Kapelle grundlegend restauriert. Zwei weitere Ausbauetappen folgten bis 1995.

Die gesamten Kosten beziffern sich mit gegen 10 Millionen Franken.

 

Altes Bad Pfäfers

DAS ÄLTESTE ERHALTENE BAROCKBAD DER SCHWEIZ

Heute dient das Alte Bad Pfäfers als Museum, Gaststätte und als Ort kultureller Veranstaltungen. Rund 50.000 Menschen besuchen jährlich die Taminaschlucht und das Alte Bad Pfäfers. Die Stiftung Altes Bad Pfäfers mit dem Stiftungsrat und der Betriebskommission sorgen für den Unterhalt und den in Ressorts unterteilten Betrieb.

Die Vereinigung der Freunde Bad Pfäfers sorgt unter anderem für eine breite Verankerung des Alten Bad Pfäfers in der Bevölkerung und sie organisiert gemeinsam mit der Kulturkommission das Kulturprogramm. Das ganze Gebäude inklusive der Wirtschaftsräume und der Kapelle kann von den Besuchern besichtigt werden. Das Alte Bad Pfäfers beheimatet drei Museen: das Badmuseum, das Klostermuseum und die Paracelsus-Gedenkstätte. Ein Medienraum und ein „Audiowalk“ á rund 45 Minuten machen das Museum ebenfalls zu einem digitalen Erlebnis. Auch die restaurierte

Alte Küche, welche bis zu 300 Gäste bewirten musste, ist zu besichtigen. Die Museen sind während der Saison von ca. Ende April bis Mitte Oktober täglich offen. Fachkundige Führungen zum Ursprung der Thermalquelle, über die faszinierende Geschichte der jahrhundertealten Badekultur und über den barocken Bäderbau werden angeboten.